Quelle: Thomas Ernsting

Ein Start-Up für das Klima: Das Kältenetzwerk wird zum Unternehmen

Kühlmittel werden knapper, Auflagen höher und Kostenkontrolle wichtiger: Viele Gebäudebetreiber stehen vor der Situation, Effizienz und Umweltverträglichkeit ihrer Anlagen auf neue Füße zu stellen. Denn Kälte gehört zu den größten globalen Wärmetreibern. Hier setzt das Kältenetzwerk des VDI-Bezirks Köln an: Erfahrene Ingenieure, unabhängige Wissenschaftler und versierte Betriebswirte gehen schon länger die Frage an, wie diesen Betreibern geholfen werden kann. Jetzt wird aus diesem Verbund ein richtiges Unternehmen.

Wer Kälte produziert, heizt den Planeten auf – und zwar umso mehr, je veralteter die Anlage ist. Alte Anlagen sind nicht nur teuer und energieintensiv im Betrieb, sondern laufen auch mit Kühlmitteln, die bis zu 1.500-mal stärker die Erderwärmung fördern als Kohlendioxid. Nicht nur das: die Klimatechnik durchdringt immer mehr das tägliche Leben in Deutschland. Heute sind Klimaanlagen in jedem Neuwagen eingebaut, es gibt sie für private Wohnungen zu kaufen – vor allem aber kühlen sie öffentliche Gebäude, Handel, Gastronomie, Gewerbeflächen und Bürobauten. Kältemittel werden knapp – auch aufgrund schärferer gesetzlicher Vorgaben.

Das Kältenetzwerk – Experten entwickeln Geschäftsmodelle

Im Kölner Bezirksverein des VDI ist das Thema ein Dauerbrenner. „Wir haben uns zusammengesetzt und beraten, wie wir Fragestellungen rund um die Klimatechnik sinnvoll vernetzen können, um den Klimaschutz voranzutreiben“, fasst Vorsitzender Horst Behr zusammen, selbst Experte der Gebäudetechnik. „Wir wollten nicht akzeptieren, dass Menschen umso mehr die Umwelt belasten, je mehr Technik sie einsetzen. Umgekehrt ist es sinnvoll!“

Dipl.-Wirtsch-Ing. Susanne Weisheit, als selbständige Wirtschaftsingenieurin und Mediatorin auch aktiv in der Fachgesellschaft Gebäudewirtschaft, skizziert die Ziele des Netzwerks: „Unsere Hauptrichtung war, die Kälteeffizienz zu steigern. Deshalb haben wir zunächst einen Know-How-Pool aufgebaut, der eine anbieterneutrale Lösung für Gebäudebetreiber entwickeln sollte. Mit der Zeit haben wir mehrere konkrete Energiekonzepte vorliegen, die auch die Digitalisierung als Lösungsansatz aufnehmen. Wir bieten Modelle vom einfachen Kältecheck über Sanierungskonzepte bis hin zu Finanzierung und Förderberatung.“

Junge Ingenieure mit Drive können sich beweisen

Der nächste Schritt ist nun, diese Konzepte zu realisieren. „Dafür reicht ein Netzwerk nicht mehr aus“, sagt Weisheit, „wir brauchen eine Organisation, die verlässlich am Markt anbieten kann, ähnlich wie ein Planungsbüro.“ Daher wird nun ein Start-Up aus der Taufe gehoben, das schon bald in eine ordentliche Rechtsform übergehen soll. „Wir brauchen im ersten Schritt engagierte Absolventen und Techniker, die die Gründung vorbereiten und Kundenkontakte aufbauen“, so Weisheit. „Wir denken dabei nicht nur an die Wirtschaft, sondern auch an öffentliche Institutionen.“

Wer interessiert an der Aufgabe ist, kann sich ab sofort bewerben – die Stellen sind bereits ausgeschrieben. „Das Thema Klimaschutz müssen wir Ingenieure sehr ernst nehmen“, unterstreicht Behr. „Die Kunden selbst sind teils schon sehr problembewusst, denn neben ökologischen Zusammenhängen spüren sie vor allem auch wirtschaftlichen Handlungsdruck. Junge Leute mit Drive, einem Gespür für Umweltthemen, technischem Hintergrund und ökonomischem Geschick können sich in unserem Start-Up richtig austoben.“ Wer als Absolvent keine eigene Geschäftsidee verfolgen wolle, sei bei einer derartigen Generalisten-Aufgabe perfekt aufgehoben. „Man übernimmt sofort Verantwortung – es gibt nichts, was mehr motiviert“, so Behr.

 

Stellenausschreibung "Start-Up"

Stellenausschreibung "Technischer Koordinator"

 

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