Der Vorstand des VDI-Bezirks Köln. Folge 1: Prof. Dr. Till Meinel

„Wir müssen versachlichen, informieren und aufklären.“

Als stellvertretender Vorsitzender hat Prof. Dr. Till Meinel ein vielgestaltiges Aufgabenfeld: Er koordiniert die Facharbeit und kümmert sich engagiert um den Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis. Aber seine große Leidenschaft ist die Nachwuchsförderung. Deshalb versenkt er sich jeden Sommer in die Prüfung von Abschlussarbeiten, die jedes Jahr bei der Förderpreisverleihung vom VDI prämiert werden.

Aufgewachsen ist der Halberstädter in landwirtschaftlicher Umgebung. Aber statt die Leidenschaft des Vaters für die Pflanzenzucht zu teilen, hatten ihn als Kind vor allem die landwirtschaftlichen Maschinen begeistert. „Es gab kleine, hochgenaue Zuchtgartenmaschinen bei uns in der Saatzuchtstation – und direkt nebenan lag ein volkseigenes Gut, auf dem riesige Ackergeräte arbeiteten“, erinnert sich Meinel. „Die Magdeburger Börde hat ja einen besonders guten Boden, auf dem großflächig Getreide angebaut wird.“

Der VDI ist ein gutes berufliches Netzwerk

Sein Hobby war eigentlich die Musik. So stand er irgendwann vor der Entscheidung, welche Laufbahn er einschlagen wollte – die des Künstlers oder die des Ingenieurs. „Die praktische Arbeit hat irgendwann den Ausschlag gegeben“, sagt Meinel. Die Wende überraschte ihn mitten in der Promotion: „Ich hatte auf einmal einen ganz anderen Arbeitsmarkt vor mir. Da dachte ich mir, dass es sicher kein Fehler sein kann, den VDI als berufliches Netzwerk zu nutzen.“

Auch wenn er seine Karriere unabhängig vom VDI begann, bereute er den Eintritt nie. „Ich habe vor allem immer intensiv die VDI-Nachrichten gelesen“, sagt Meinel, „und irgendwann beeinflusste der VDI doch noch meinen Werdegang. Es war der Kölner Arbeitskreis Landtechnik, der mich auf die Professur an der TH Köln aufmerksam gemacht hat.“ Zuvor war er in Soest tätig. So gesehen bewegte er sich immer in der Nähe von gutem Ackerland.

Den gesellschaftlichen Dialog vorantreiben

In den Vorstand des VDI-Bezirks Köln kam er vor knapp fünf Jahren. Die Erfahrung aus dem Arbeitskreis motivierte ihn, auch im Vorstand Dinge zu bewegen. „Ich ergreife gerne die Chancen am Schopf“, so Meinel, „und ich bin von der Wichtigkeit des öffentlichen Dialoges absolut überzeugt." Das sehe er alleine schon an seinem eigenen Feld, der Agrartechnik: „Es gibt kaum einen Technikzweig, der so mit Vorurteilen zu kämpfen hat. Weil der Primärsektor nur zwei Prozent ausmacht, weiß kaum noch jemand Bescheid und Kritiker argumentieren oft sehr emotional. Wir müssen immer wieder versachlichen, informieren und aufklären, wenn wir den gesellschaftlichen Dialog vorantreiben wollen. Es geht ja schließlich darum, die Menschen zu ernähren.“

Sein größtes Herzensthema ist der Förderpreis. Jedes Jahr setzt er sich mit etwa zehn Freiwilligen zusammen und geht die Abschlussarbeiten durch, die von verschiedenen Hochschulen im Bezirksgebiet eingereicht werden – insgesamt können sich 21 Fakultäten beteiligen. „Wir haben die Arbeit gemeinsam mit dem Team des Kölner Bezirksvereins und seiner Geschäftsstelle mittlerweile richtig gut hingekriegt“, resümiert Meinel. „Ich verkörpere eher die Wissenschaft, andere übernehmen die Organisation. Die Zusammenarbeit ist fantastisch.“ Mehr Engagement passe nicht mehr in seinen Tagesablauf, aber: „Wenn man mich fragt, versuche ich es auch hinzubekommen. Dass es so funktioniert, liegt daran, dass es mittlerweile sehr viel Unterstützung gibt.“

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