Der Vorstand des VDI-Bezirks Köln. Folge 3: Dipl.-Wirt.-Ing. (FH) Till Brinkmann

„Wir brauchen einen engen Austausch aller Altersklassen und Fachrichtungen“

Er arbeitet an der Schnittstelle zwischen Technik, Marketing und Vertrieb – und in seinem Zuständigkeitsbereich für Mitglieder kann er dies seit November konstruktiv einsetzen. Der gelernte Wirtschaftsingenieur interessiert sich nicht nur für die verschiedenen Sichtweisen von Kaufleuten und Technikern, sondern auch für die interdisziplinäre Zusammenarbeit. Er möchte erfahrene Mitglieder aktivieren und gemeinsam Neumitglieder begeistern helfen.

„Ich habe keine klassische Technikerausbildung, bin jedoch durch meinen Vater, einen Berufsschullehrer für Elektrotechnik und passionierten Hobbyingenieur, schon früh technisch geprägt worden“, erklärt Brinkmann. „Dennoch stand für mich damals bei der Wahl des Studienfaches fest nur ein halber Ingenieur, ein Wirtschaftsingenieur, zu werden“. Im Vordergrund stand für ihn der technische Vertrieb und hier vor allem der Ansatz, von beidem – technischen und kaufmännischen Inhalten – Ahnung zu haben und damit eine Schnittstelle zwischen Kaufleuten und Ingenieuren zu sein.

Techniker denken lösungsorientiert

Nach ersten Vertriebsjahren und weltweiten Kundenbesuchen wechselte Brinkmann ins Produktmanagement für erklärungsbedürftige Maschinenbaukomponenten. „Wirtschaftsingenieure haben durch ihr breites Wissen eine gute Basis für die Funktion des Produktmanagers“, so Brinkmann. „Sie verstehen technische Spezifikationen, Produktions- und Testprozesse sowie klassische betriebswirtschaftliche Komponenten wie Preis, Kommunikation, Distribution.“ Dabei sei das Spannende, dass ein Produktmanager in technisch geprägten Unternehmen auch in die Entwicklung eingebunden sei: „In meiner aktuellen Position ist dies zum Beispiel die Entwicklung von Steckverbindern für die Industrie, inklusive eigenem erfinderischem Anteil“, berichtet Brinkmann begeistert.

Mit verschiedenen Denkweisen zurechtzukommen, bedeutet für ihn gut zuzuhören und sich in die Sichtweisen anderer hineinzuversetzen. „Kaufleute sprechen anders als Techniker, und die Sicht von Elektroingenieuren und Maschinenbauern geht oft auseinander“, sagt Brinkmann. Ihm gefalle die Denkweise der Ingenieure besser: „Hier wird das Problem angepackt, um es zu lösen. Reine Wirtschaftler verirren sich eher in Kostenkalkulationen, Außenwirkung und Vertrieb.“

Nach Feierabend über technische Themen austauschen

Zum VDI kam Brinkmann, als er vor rund 10 Jahren von Hagen nach Köln zog. Zwar gab es schon im Studium Kontakte, aber nun suchte er aktiv seinesgleichen und freute sich auf einen Austausch in lockerer Runde über technische Themen. So fand er zum VDI SuJ, wo er an vielen Veranstaltungen teilnahm und den SuJ-Arbeitskreisleitern der letzten Jahre unterstützend zur Seite stand. „Ich wurde irgendwann zu alt für die Jungingenieure und suchte nach einer Möglichkeit mein Engagement bei den ‚Großen‘ im VDI auszubauen.“ erklärt Brinkmann. Da passte es gut, dass dann im Jahr 2017 Vorstandsmitglieder aktiv nach einer jüngeren Nachfolge für das Ressort Mitgliederentwicklung suchten. In dieses wurde Brinkmann im November gewählt.

In diesem Amt hat er vor allem zwei Aufgaben im Auge: neue Mitglieder werben und bestehende Mitglieder für ein Engagement – zum Beispiel in den Fachgesellschaften – zu mobilisieren. „Bei der Gewinnung neuer Mitglieder liegt der Fokus natürlich darauf Studenten und jüngere Ingenieure zu begeistern, weshalb wir auch das Image des VDI frischer gestalten.“ Unter den bestehenden Mitgliedern im Bezirk Köln sind zugleich Ingenieure um die 50 stark vertreten. „Wenn für sie die Zeiten beruflich und privat ruhiger werden, möchten wir sie für den VDI als Plattform für fachliches Engagement begeistern! Ihre Erfahrung und Ideen aus dem Ingenieursalltag sind gerade für jüngere Mitglieder sehr wertvoll. Wir brauchen einen engen Austausch aller Altersklassen und Fachrichtungen“.

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