Der Vorstand des VDI-Bezirks Köln. Folge 5: Dipl.-Ing. Paul Eberhard Krug

„Begeisterung schaffen wir nur mit Aktionen“

Sich selbst bezeichnet er als gebürtigen Niedersachsen und gelernten Kölner. Im Bezirksverein ist er Schatzmeister und darüber hinaus engagiert in verschiedenen Veranstaltungsformaten und fachlichen Netzwerken. Besonders am Herzen liegen dem Diplom-Ingenieur die Förderung der MINT-Fächer an den Schulen und die Nacht der Technik, über die er selbst zur aktiven Arbeit in den VDI-Vorstand fand.

Geboren und aufgewachsen ist er in der Volkswagenstadt Wolfsburg. „Es war gar keine Frage, ob ich technikaffin bin oder nicht“, sagt er rückblickend, „meine ganze Familie war bei VW beschäftigt. Der Konzern prägte ja das ganze Leben in der Stadt, es dauerte sogar eine ganze Zeit, bis ich als Kind erstmals ein anderes Auto als den Käfer zu Gesicht bekam.“ Auch die höhere Schulbildung stand von vorneherein fest – vor seinem Studium an der TU Braunschweig allerdings absolvierte Krug noch ein Praktikum im Volkswagen-Werk als verkürzte Lehre.

Natürlich zog es ihn in den Fahrzeugbau. Seine Diplomarbeit über natriumgefüllte Auslassventile für Dieselmotoren sei damals ein heißes Thema gewesen, berichtet Krug. Heute seien die Diskussionen abgeflaut, damals bescherte ihm die Arbeit einen Ruf nach Köln: Die Goetze AG bot ihm eine Stelle und eine Gelegenheit zur Promotion an. Es begann eine wechselvolle Zeit, denn er lernte seine Frau kennen, gründete eine Familie, studierte noch einmal an der FH Produktionstechnik und gründete mit zwei Gleichgesinnten nebenbei eine Werbeagentur. „Wir hatten jeweils nur einen einzigen Kunden und brachten den mit ein. Aber das Volumen stimmte, so dass wir Geld verdienten. Zwischendurch betrieben wir noch ein Jahr lang eine Eckkneipe in der Altstadt.“ Irgendwann verkaufte das Trio alles, Krug machte seinen Abschluss und ging zur Bayer AG. Weitere Management-Aufgaben z.B. bei Pirelli, Michelin oder Federal Mogul folgten. Als Direktor der Mannesmann AG war er entscheidend am Kauf der Boge AG und der folgenden Integration in die Mannesmann Sachs AG, später in die ZF, beteiligt. Außerhalb der beruflichen Aufgaben engagierte er sich als Präsident des Wirtschaftsverbands der Deutschen Kautschukindustrie und als Mitglied des Präsidiums des BDI.

Strukturen beweglicher machen

Die Entscheidung in den VDI zu gehen, hatte ihm da schon die Burschenschaft abgenommen, in der er Mitglied war. „Ich habe die Vorteile damals gar nicht gesehen“, sagt Krug, „es war halt eine Selbstverständlichkeit, dass die Ingenieursstudenten beitraten. Später erst habe ich mich begonnen zu engagieren und dann auch als Mitautor an einigen VDI-Richtlinien beteiligt.“ In den Vorstand des VDI-Bezirksvereins Köln fand er auf Umwegen. „Es begann vor drei Jahren, als ich zum Team der Nacht der Technik stieß. Das passte gut in meine Lebensphase: beruflich wurde es ruhiger, aber ich wollte natürlich noch im Bild bleiben. Ich konnte mich auf meine Beziehungen stützen und richtig etwas bewegen.“ Kurz darauf sprach ihn der damalige Vorsitzende Karl-Heinz Spix an, der ihn für den Vorstand gewann.

„Finanzen und Kasse sind zwar wichtig“, sagt Krug über seine Ziele beim VDI, „aber es ist mir ebenso wichtig, dass die Struktur im Verein beweglicher und offener wird. Wir wollen die Leute mehr zusammenbringen: Alt und Jung, Studenten und erfahrene Ingenieure, Wissenschaft und Praxis. Und wir gehen raus aus den Büros und Laboren. Gerade die Netzwerke und die Veranstaltungen zeigen doch, wieviel man draußen bewegen kann. Wenn wir Menschen, Frauen wie Männer, in allen Altersstufen für Technik begeistern wollen, dann sollten wir uns in der Öffentlichkeit zeigen, gerade auch mit Aktionen.“ Deswegen engagiert er sich besonders bei der Kooperation mit Schulen. Auch die Weiterentwicklung der Nacht der Technik ist ihm ein Herzensanliegen. „Wir sind glücklicherweise schon über den Kölner Tellerrand hinausgekommen“, so Krug, der gerade als Projektleiter die erste Nacht der Technik Rhein Wupper organisiert. „Wir müssen einfach in die Fläche, auch verstärkt in den Bonner Raum und an die Grenzen unseres Bezirksgebietes.“ So hofft er auch auf mehr Nachwuchs: „Wir wollen doch nicht zum Altherrenverein werden. Man überlegt sich als junger Mensch heute genauer, wo man Mitglied wird. Deshalb wollen wir den VDI nicht nur fachlich, sondern auch im Auftreten auf der Höhe der Zeit verorten.“

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