Der Vorstand des VDI-Bezirks Köln. Folge 7: B. Eng. Daniel Steinert

„Im Job bleibt Platz fürs Ehrenamt“

Daniel Steinert ist mit 24 Jahren das jüngste Mitglied des VDI-Bezirksvorstands. Sein Verantwortungsbereich ist der Ingenieursnachwuchs – hier sieht er große Chancen für die zukünftige fachliche und organisatorische Arbeit. Weil er selbst dazu gehört, kann er nachvollziehen, dass manche dem Berufseinstieg Priorität vor dem Ehrenamt geben. Trotzdem bleibt er am Ball und baut geduldig an der Community.

Er selbst ist seit Kindertagen Technikfan. „Natürlich merkt man früh, ob einem Technik Spaß macht“, sagt er, „aber richtig in Fahrt kam ich, als ich an meiner Schule eine AG belegte, in der zwei Jahre lang am Wochenende Veranstaltungen besucht wurden – das waren vom Niveau her richtige Vorlesungen.“ Die AG hatte die Reinhold-Hagen-Stiftung gemeinsam mit der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg, der IHK und der GKN Walterscheid ins Leben gerufen. Es gab sogar eine Abschlussprüfung mit IHK-Zertifikat. „Das Lustige an der Erfahrung war: Ich wollte danach unbedingt Ingenieurswesen studieren – und unbedingt in Sankt Augustin. Erst als manche mir sagten, sie seien an der Hochschule Bonn/Rhein-Sieg nicht aufgenommen worden, fiel mir auf, dass ich gar keinen Plan B entwickelt hatte.“

Produktmanager: Generalisierung statt Spezialisierung

Er studierte Maschinenbau mit Schwerpunkt Mechatronik – dies kam seinem Interesse an Elektrotechnik entgegen, die er interessanter fand als den Anlagenbau. Nach dem Bachelor trat er eine Stelle als Junior-Produktmanager für Trainings- und Lehrsysteme im technischen Bildungsbereich an. Steinert: „Ich bin viel beim Kunden vor Ort, begleite den Aufbau der Systeme und schule die Nutzer. Unsere Kunden sind Berufsschulen, Ausbildungswerkstätten und Hochschuleinrichtungen auf der ganzen Welt.“ Derzeit genieße er seine Ungebundenheit, denn seine Geschäftsreisen führen ihn durchaus für einige Wochen nach Indien, Ecuador, Thailand oder Marokko. „Als junger Mensch hat man trotz des beruflichen Stresses durchaus Zeitreserven fürs Ehrenamt übrig – und es hilft sogar bei der persönlichen Entwicklung! Wie die Belastung bei einer Familiengründung ausfällt, weiß ich natürlich noch nicht.“

Außerdem will er wieder an die Hochschule: „Meinen Masterstudiengang werde ich berufsbegleitend belegen – schon ab diesem Wintersemester“, sagt Steinert. „Und statt mich weiter zu spezialisieren nehme ich den anderen Weg: Ich werde zum Generalisten. Deshalb nehme ich mein Studium an der Rheinischen Fachhochschule in der Fachrichtung Technical Management auf.“ Projektsteuerung, BWL, Vertriebsmanagement seien Themen, die Ingenieure besser beherrschen müssten.

Die Vorteile für Studenten übersteigen den Mitgliedsbeitrag

Zum VDI kam er über die Empfehlung eines Freundes. Dieser machte ihm eine interessante Rechnung auf: „Er sagte mir, dass ein Ingenieur sich am besten über die VDI-Nachrichten informiert. Allein für das kostenlose Abo hat er mir empfohlen einzutreten. Dazu ein kostenloser Besuch der HannoverMesse pro Jahr – und schon macht das den Studenten-Jahresbeitrag von 35 Euro mehr als wett! Man muss die Angebote des VDI ja nur nutzen und schon hat man praktisch alles wieder drin.“ Irgendwann wurde er von der Geschäftsstelle angesprochen, weil der Vorsitz des SuJ frei geworden war. Er wurde gleich Leiter. „Auf einem Delegiertentreffen habe ich dann überhaupt erst mitbekommen, was im VDI alles passiert. Als ich von manchen Mini-Vereinen mit gerade mal fünf SuJ-Aktiven mitbekam, was die auf die Beine stellen, dachte ich mir: Das können wir in Köln auch!“

Den Vorstandsposten nahm er 2017 gerne an und sieht das Angebot als eine Art Belohnung dafür, dass er mit seiner Arbeit aufgefallen ist. Sein Schwerpunkt ist es, neue Mitglieder unter Studenten und Berufsanfängern für den VDI zu gewinnen. Steinert: „Je früher wir es schaffen, junge Leute zu Mitgliedern zu machen, desto eher werden sie sich auch engagieren. Mittlerweile sind einige Neue aktiv dabei, das möchte ich ausbauen und fortführen.“ Besonders stolz ist er auf die Stabilität des Engagements: „Was mir auffällt, ist, dass im Kölner Bezirksverein viele engagiert bleiben, obwohl sie von der Uni in einen Job wechseln. Woanders sind die schnell weg, weil der Job so stressig ist. Bei uns machen sie meist weiter.“

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