Jubiläumsfeier der Max-Eyth-Gesellschaft Agrartechnik

40 Jahre Fachbereich Landtechnik im Kölner Bezirksverein

Köln, 6. Dezember 2017. Die Max-Eyth-Gesellschaft für Agrartechnik im VDI-Bezirk Köln hat ihr Symposium zu ihrem 40-jährigen Bestehen begangen.
Köln – früher Zentrum des Landmaschinenbaus – ist zentraler Standort für Wissenschaft und Forschung in diesem Bereich. Daher treffen sich jährlich hunderte Fachleute aus ganz Deutschland auf der führenden Branchenveranstaltung, die der Fachbereich des VDI-Bezirks Köln ausrichtet.

Beeindruckt zeigte sich Dr. Ljuba Woppowa, Geschäftsführerin der VDI-Gesellschaft Technologies of Life Sciences, angesichts der führenden Rolle, die gerade die Agrartechnik bei der Digitalisierung einnehme – noch vor vielen als zeitgemäßer geltenden Branchen. „Wir müssen modern bleiben“, appellierte sie, „und wir müssen uns um Nachwuchs kümmern. Da macht es mich stolz, wenn ich sehe, dass ein Drittel der Teilnehmer heute echt jung ist.“

VDI-Bezirksvorsitzender Horst Behr bezeichnete die Max-Eyth-Gesellschaft als einen der aktivsten und bedeutendsten Fachbereiche seiner Art in Deutschland. Gründungsvorsitzender Clemens Nienhaus erinnerte an den Fortschritt in der Branche: „Vor vierzig Jahren diskutierten wir darüber, ob Kabinen auf den Maschinen eine Sackgasse seien. Heute sind sie ein digitalisiertes zweites Wohnzimmer des Landwirts.“

Viele Visionen wären schon heute realisierbar

Prof. Dr. Hermann Auernhammer, ehemaliger Leiter des Lehrstuhls für Agrarsystemtechnik an der TU Münschen, wies in seinem Fachbeitrag auf die Bedeutung von Visionen in der Agrartechnik hin. Ein 250 Jahre alter Traum, die genau kartierte Information über Bodengüte an der Oberfläche und in der Tiefe, sei längst realisierbar. Seit 1990 sei GPS-unterstützte Landwirtschaft mit Ertragssensor möglich – inklusive Analyse zu Ertrag und Nährstoffbilanz. „Seither wissen wir auch genau, wie sehr wir unsere Felder überdüngen“, so Auernhammer, „aber Precision Farming bietet hierfür immer noch keine Lösung an. Dabei liegt in Big Data die Möglichkeit, endlich eine echte Vision zu realisieren: Die volle Ertragsausschöpfung bei geringster Umweltbelastung zu realisieren!“ Auch die Verschwendung in der Lebensmittel-Wertschöpfungskette könne beendet werden: „Wir verlieren 30 Prozent bei der Produktion – und die westliche Welt wirft weitere 30 Prozent der Lebensmittel einfach weg“, resümierte er. „Wer hier ansetzt, kann mühelos auch 9 Milliarden Menschen ernähren“.

Prof. Dr. Till Meinel, Fakultätsleiter für Anlagen-, Energie- und Maschinensysteme an der FH Köln und stellvertretender Vorsitzender der Max-Eyth-Gesellschaft, hob die Rolle der Nachwuchsförderung hervor und verwies auf die detaillierte inhaltliche Arbeit der 2.500 Mitglieder. Die Max-Eyth-Förderpreisvergabe und die VDI-Nachwuchsplattform seien zentrale Elemente. Abschließend betonte Dr. Bernard Krone die Bedeutung der Ingenieurausbildung für die internationale Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Landtechnik.

Zurück