„Wir brauchen jetzt die Köpfe!“ – Fachbereiche nehmen die Arbeit auf

Viele Fragen und viele Antworten gab es auf dem zweiten Treffen der Fachgesellschaften und Fachbereiche des Kölner Bezirksvereins. Mittlerweile haben die meisten von ihnen eine Leitung, manche sogar schon konkrete und terminierte Pläne für das Jahr 2018. Großen Zuspruch fand das Angebot, dass die Geschäftsstelle die Organisation von Veranstaltungen der Fachbereiche übernimmt. Die Teilnehmer wollen in ihrer fachlichen Arbeit mehr auf Arbeitsteilung setzen und gezielt den Ingenieursnachwuchs für die Mitarbeit gewinnen.

Vorsitzender Horst Behr nannte fünf übergreifende Fokus-Themen, die der Bezirksverein interdisziplinär angehen will: Urbanisierung und Produktion, Frauen in technischen Berufen, die Zukunft der Mobilität, Klimaschutz und Nachwuchsförderung. Darüber hinaus beträfen auch Themen wie die Digitalisierung die Gesamtheit aller Ingenieure. „Wir möchten mit den Themen bewusst die öffentliche Debatte bereichern und vorantreiben“, so Behr. Interesse bei den Medien sei bereits geweckt; so werde demnächst eine interdisziplinäre Expertenrunde zum Thema „Einsturz des Stadtarchivs“ ins Leben gerufen. Aber auch die Fachbereiche erhielten Unterstützung mit Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Es nutze nichts, wenn die Erkenntnisse in den Fachbereichen bleiben.

Foren mit Prominenz und Relevanz

Dr. Martin Schönheit, Leiter der Fachgesellschaft Produktion und Logistik, stellte als gemeinsame Initiative mit der IHK das Produktionsforum vor, eine halbjährliche, öffentliche Veranstaltungsreihe. 100 Teilnehmer erwartet er zum Thema Industrie und Urbanität, auch die städtische Dezernentin für Verkehrsinfrastruktur, Andrea Blome, sei eingebunden. „Wir müssen dahin kommen, bevölkerungsverträgliche, saubere Produktion in die Ballungsgebiete zurück zu verlagern“, so Schönheit. „Das führt zwangsläufig auch zu weniger Verkehr.“ Er habe gegenüber der Politik auch die Bedeutung von E-Mobilität und geringerem Individualverkehr für die Verkehrsplanung hervorgehoben und erwarte eine spannende Diskussion. Termin: 15. März.

Auch Guido Jacobs, Leiter der Fachgesellschaft Fahrzeug- und Verkehrstechnik, hat große Pläne. Interaktive Vorträge, Exkursionen und Veranstaltungen stehen auf seinem Programm – und ein Stammtisch, bei dem sich Interessierte persönlich näher kommen können. Die Fachgesellschaften bündeln die Aktivitäten in den ihnen zugeordneten Fachbereichen. Die alte Struktur der Arbeitskreise geht in dem neuen Raster auf. Prof. Dr. Till Meinel, stellvertretender Vorsitzender des Kölner Bezirksvereins, ermutigte zu regionenübergreifender Arbeit und interessanten Formaten, die auch Studierende anziehe: „Es gibt auch in anderen Bezirken profilierte Experten – und manchmal gelingt es sogar, sie zu einem spannenden Streitgespräch zu bewegen.“

Nur gemeinsam kann man Dinge wirklich umsetzen

Auf die Frage nach dem Budget antwortete Schatzmeister Paul Krug, dass die eingestellten Budgets im vergangenen Jahr nicht annähernd ausgeschöpft worden seien. „Natürlich sollte man die Nutzen im Blick haben“, so Krug. „Aber wenn Sie eine interessante Veranstaltung planen, dann finanzieren wir das immer. Der Bedarf steuert die Unterstützung. Wir brauchen jetzt die Köpfe!“

Horst Behr schloss die Veranstaltung mit einem positiven Fazit: „Heute sind alle, die sich angemeldet haben, auch wirklich gekommen. Die Veranstaltungen haben erste Impulse gesetzt – jetzt kommt es drauf an, die Dinge auch umzusetzen. Das schaffen wir nur zusammen.“ Die nächste Etappe ist für den 1. März anvisiert, bis dahin werden sich alle Fachgesellschaften konstituiert haben. Für viele Fachbereiche werden noch aktiv Leiter und Mitglieder gesucht

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